Bullshit auf Facebook oder der Gesundheitszustand unserer Teenager

Zurzeit legt der Bullshit auf Facebook mal wieder so richtig zu.
Mit Bullshit meine ich „Apps“, wenn sich sowas App nennen darf, wie „Hier Zukunftsdaten abholen!“ oder „Was wiegst du in 30 Jahren?“.
Auch gut sind z. B. die Apps, die vermeintlich versprechen die eigenen Profilbesucher aufzuzeigen. Das sowas technisch überhaupt nicht möglich ist interessiert niemanden. Nicht dass es zu schwer zu verstehen wäre, man informiert sich doch erst gar nicht.

Jeder jammert über mangelnden Datenschutz. Dass genau solche Apps drauf aus sind Daten abzugreifen gehört zu deren Geschäftsmodell. Aber auch das interessiert niemanden. Zudem würde ich auch mal den Nutzen dieser Apps in Frage stellen. Warum benutzt man sowas? Ich würde die Benutzung solcher Apps als Krankheit einstufen.

Meine Liste geblockter Apps ist inzwischen auf über 150 gewachsen. Täglich kommen derzeit 2 – 5 dazu, echt traurig.

Dann gibt es ja auch noch ein anderes Phänomen: Massenhaft Seiten mit Namen wie „Jedes Jahr werde ich älter und du?“.
Erstellt meist von Leuten zwischen 12 und 16 Jahren.
Dort werden dann Inhalte gepostet wie „Like diesen Beitrag wenn du auch gerade atmest“.
Alles in allem sind die Seitenbetreiber also darauf aus möglichst viele „Likes“ zu bekommen. Was bringt einem das bitte?
Auch der Laie erkennt hier doch direkt, dass dies ein psychologisch krankhafter Zustand sein muss.

Mit fast jedem Post wird auf solchen Seiten sogar eine Urheberrechtsverletzung begangen, da so gut wie immer Fotos oder andere nicht selbst erstellte Inhalte verwendet werden.
Sicher ein gefundenes Fressen für die nächste Generation der Abmahnanwälte.

Ich persönlich habe zwei „Freunde“ auf Facebook die daran erkrankt sind. Leider sind das dann auch die, die den ganzen Tag nur planlos Zuhause rumsitzen. Ohne Perspektive, ohne Arbeit, immer mit dem Motto „die anderen werdens schon regeln, der Rest kommt von selbst“.

Ich finde hier sollte man mal aktiv werden. Auf Seiten Facebooks ebenso wie von den Stellen, die aktuell den vermeintlich fehlenden Datenschutz anmekern.
Denn Datenschutz ist immer nur das, was die Leute daraus machen.
Bei den meisten fehlt es aber am Grundverständnis der „neuen Medien“.
Fast keiner bedenkt das man heute immer öfter vor der ersten Kontaktaufnahme mit neuen Leuten gegoogelt wird. Seis vor dem Antritt eines neuen Jobs oder bei beliebigen anderen Situationen. Was dann ein gefundenes Facebookprofil mit vorwiegend Inhalten wie „Ich habe herausgefunden wie lang mein Penis ist. Finde es auch heraus mit dem Penis-o-meter!“ über einen selbst aussagt, können sich solche Leute natürlich auch nicht vorstellen.

Dann gibt es ja ganz aktuell auch noch das Problem der Echt-Namen. Facebook lässt Freunde den Namen derer Freunde bewerten, wenn davon ausgegangen wird dass der im Profil hinterlegte Name evtl. nicht dem echten entspricht.
Laut Facebooks Nutzungsbedingungen muss man seinen echten Namen im Profil angeben.
Auch hier gab es gerade in den letzen zwei Wochen viel Kritik, ich persönlich finde den Schritt richtig.
Warum gibt man sich Namen wie z. B. „Casanova Beach“? Steht man nicht zu den eigenen geposteten Inhalten oder ist einem sein Name zu peinlich? Ich persönlich versteh das nicht.

Fazit: Teile Deutschlands Jugend ist krank, sehr krank. Und keinen interessierts, obwohl es so offensichtlich da sogar zumeist öffentlich ist.
In dem Sinne: Ich freue mich auf die Zukunft, oder so.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar