Teil der Story Unnötiges

Karfreitagsratschen

Vor Ostern in der Karwoche gibt es ja in der kath. Kirche den Brauch der „Ratschen„, hier auch „Rätschkarren“ genannt.
Da der Überlieferung nach wohl die Glocken von Gründonnerstag bis Ostern „schweigen müssen“, werden sie in dieser Zeit von so Klapper-Rätschen ersetzt.

Ich wohne ca. 200 m Luftlinie von einer Wallfahrtskirche entfernt. An die Glocken, die jeden Morgen um 6 für bestimmt 3 Minuten läuten, habe ich mich längst gewöhnt, wache davon auch nicht auf.
An Karfreitag stolzieren aber dann schon kurz vor 6 zwei Ministranten frohen Mutes an meinem Schlafzimmerfenster vorbei und haben natürlich so einen fürchterlich klappernden Karren im Gepäck. Ich könnte mich jedes Jahr aufregen!

Ja, wir haben in Deutschland die Religionsfreiheit, ist absolut wichtig und richtig! Und ja, auch ich bin (noch) katholisch, als Kind getauft worden, „hatte“ aber persönlich nie was mit der Kirche, Atheist trifft’s eher.

Ich toleriere auch so einiges, an dieses Glockengeläut jeden Morgen habe ich mich, wie schon erwähnt, ja längst gewöhnt und würde mich auch nie darüber aufregen. Bei diesem Lärm an Karfreitag und Karsamstag so früh Morgens hört es bei mir aber auf! Würde ich fast schon als Belästigung ansehen.
Klar – als Kind und Ministrant macht einem sowas wahrscheinlich sogar noch Freude. Die Kinder haben zu dieser Zeit Ferien, ich kann nicht verstehen warum man freiwillig so früh aufsteht um mit einem fürchterlich klappernden Gestell durch die Straßen zu ziehen.

Jeder hat einen Wecker oder ähnliches neben seinem Bett stehen, kann also selbst entscheiden, ob er um 6 Morgens Lärm haben möchte, so für sich ganz persönlich ohne andere daran Teil haben zu lassen, oder eben nicht. Jeden Tag.

Aber naja – ich werde mich wohl nächstes Jahr wieder darüber aufregen und es dabei belassen.

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