Teil der Story Mein Netzwerk

Software für die Lebensmittel- und Haushaltsverwaltung

grocy – ERP für deinen Kühlschrank

So ziemlich knapp 10 Jahre führe ich nun dann doch auch schon wieder einen eigenen Haushalt. Schon von Anfang an konnte ich es mir irgendwie nicht vorstellen, vor allem für die Bestandsverwaltung der Lebensmittel, die man so Zuhause hat, keine Software zu benutzt. Klar könnte man einfach in den Kühlschrank schauen und sehen, was so da ist, man könnte das aber auch vom Sofa, Zug, oder See aus machen – weil man es kann. Und es gibt auch mehr wie Lebensmittel in so einem Haushalt.

Wie das anfing

Tatsächlich habe ich von Anfang an gleich „was mit Excel“ dazu benutzt. Ein wenig später kam dann dazu meine ziemlich erste Windows-Forms C# Anwendung für diesen Zweck – und ja, es war eigtl. noch viel schlimmer wie Excel – und da sind wir erst beim Namen.

Trotzdem hielt sich das gute 8 Jahre, ich habe fleißig erfasst, weil die Statistik darf ja keine Lücke bekommen, was vor allem gegen Ende bei jedem Einkauf immer mühseliger wurde. Aber wie das halt so mit provisorischen Lösungen ist, die halten sich länger als ursprünglich vorgesehen.

Meine aktuelle Lösung

Vor ca. eineinhalb Jahren hatte ich dann tatsächlich angefangen dazu was von Grund auf neues zu bauen. Immerhin habe ich zwischenzeitlich auch schon beruflich einiges an Erfahrung mit Datenbanken vor allem im Bereich Lagerverwaltung mitnehmen können.

Entstanden ist grocy – eine (PHP/SQLite-)Webanwendung, mit der man Hauptsächlich eben ein Lager seiner Lebensmittel verwalten kann, sowie ein paar weitere Dinge so eines Haushalts.

grocy ScreenshotHauptaugenmerk lag dabei vor allem darauf, dass es beim Erfassen schnell geht – Barcodescanner, speziell optimierte Eingabeformular für vor allem Datumswerte, etc.

Ich muss sagen, ich bin damit nach nun auch schon wieder einem knappen Jahr mehr oder weniger täglicher Benutzung sehr zufrieden – aber Eigenlob stinkt natürlich. Fertig ist das natürlich auch noch nicht und wird es sicher auch nie, ich hätte da unzählige Verbesserungsideen, aber wie so oft nicht immer die notwenidge Zeit dafür.

Neben der Lebensmittelverwaltung kann man derzeit noch „Haushaltsgewohnheiten“ – was man so mehr oder weniger regelmäßig in seinem Zuhause machen will oder muss – organiseren. Außerdem gibt es eine kleine Verwaltung für Akkus, wo die verwendet werden, wann zuletzt aufgeladen – hat jetzt nicht direkt mit jedem Haushalt zu tun, ich finde das aber konrket für meinen Fall hilfreich.

Braucht man das wirklich?

Diese Frage höre ich immer wieder gleich als erstes. Natürlich braucht man sowas nicht zwingend. Aber im Endeffekt macht es jeder, der einen Haushalt führt (Hausfrau darfst ja sicher heutzutage nicht mehr sagen) nicht anders, auch wenn es nur Notizzettel oder Einkaufslisten sind.

Tatsächlich werfe ich ganz konkret weniger weg, seit ich die Lebensmittel nun (besser wie vorher schon) mit grocy manage. Ich gehe in der Regel einmal die Woche einkaufen und finde es einfach bequem, im Zug oder sonst wo gemütlich durchschauen zu können, was aktuell noch so da ist und was ich so brauchen könnte.

Über die Dinge, die man eh immer im Haus haben will, muss ich mir vor allem gar keine Gedanken mehr machen, denn ich definiere einfach einen Mindestbestand für „Müllbeutel“ und ein entsprechender Eintrag landet automatisch auf meiner Einkaufsliste, wenn mal wieder die letzte (bzw. vorletzte) Rolle verbraucht wurde.

Projektseite: https://grocy.info/de

Demo: https://demo-de.grocy.info

GitHub: https://github.com/berrnd/grocy

Schreibe einen Kommentar

Kommentar

  1. Hallo Bernd,

    bin Programmieranfängerin und dachte mir, ich könnte mir mal so zum Üben eine Anwendung schreiben, die mir meine Vorräte verwaltet. Auf der Suche nach Barcode-Infos und wie man das so alles umsetzen könnte, bin ich nun auf grocy gestoßen. Das ist ein wirklich tolles Projekt und seit ich es mir ein bisschen näher angesehen habe, weiss ich gar nicht mehr, ob ich es selbst schreiben möchte. Es hat alles und mehr was ich mir vorgestellt habe. Meins würde wohl doch nur eine Anlehnung an Dein Projekt werden. Super Sache, die Du da machst!! Und es auch noch als Open Source zur Verfügung stellst! Wenn ich noch etwas weiter fortgeschritten bin, werde ich mich wohl mal an ein issue wagen. Ein Bier hast Du Dir wahrlich verdient ;) Lg Elke aus Nürnberg

    • Hallo Elke,

      freut mich, wenn grocy hilfreich für dich ist. :)
      Code mäßig ist das jetzt nicht unbedingt das beste Beispiel, da achte ich nämlich bei grocy überhaupt nicht drauf – ist nämlich so mal ganz entspannt (und man sieht oft schneller ein Ergebnis), finde ich… :D

      Viele Grüße,
      Bernd

  2. Hallo Bernd,
    ich bin eher durch Zufall auf Grocy gestossen – es wurde im QNAP Club für meine NAS angeboten. Da ich zu denen gehöre, die zu Hause einen dieser riesigen Side by Side Kühlschränke rum stehen hat und ich mich immer ärgere, wenn in den Tiefen des Ungetüms irgendwas mal wieder vergammelt ist, weil es sich wochenlang hinter anderen Lebensmitteln versteckte, nutze ich nun Grocy. Momentan fülle ich es noch mit „Leben“ – das Anlegen der Stammdaten nimmt einiges an Zeit in Anspruch, da man ja mit absolut Null anfängt. Aber es sagt mir schon mal, dass für meine geliebte Thunfisch-Pizza noch 2 Zutaten fehlen.. ;-)
    Ich finde das Projekt sehr ambitioniert und ideal für Grossküchen und Gastronomie, die ja zum Teil auch mehrere Läger haben. Grade da ist es vorteilhaft zu wissen, welche Lebensmittel bald ablaufen, um die in Rezepten zu verwerten. Aber auch für Wohngemeinschaften ist der Teil mit den Hausarbeitsaufgaben sinnvoll.
    Doch, das ist ein tolles Projekt und ich hoffe, Du bleibst so ambitioniert.
    Bleib gesund..

    Peter

      • Hallo Bernd,
        ja Grocy ist – wenn man das Prinzip verstanden hat – wirklich sehr anpassungsfähig. Gut gefallen haben mir die Funktionen der Preisentwicklung und die Berechnung der Kalorien bei den Gerichten. Für mich als Diabetiker wäre natürlich das Feld Kohlenhydrate bei Lebensmitteln wichtig. Das habe ich über die Benutzerfelder hinzugefügt. Leider werden die natürlich nicht bei der Zubereitung der Mahlzeiten berechnet.
        Ob ein Gericht vegan ist habe ich dafür mit einer kleinen Checkbox realisiert.
        Auch die Möglichkeit Einkaufszettel nach Geschäften unterteilt auszudrucken wäre eine Überlegung wert. Grade bei WGs können die Bewohner dann in die Geschäfte gehen, die auf Ihrem Weg liegen und kaufen nur das ein, was auf dem Zettel steht. Wenn der gleiche Einkaufszettel an mehrere Personen geht, sind Doppelkäufe fast nicht zu vermeiden.
        Mein erstes Gericht habe ich mit Hilfe von Grocy auch schon erstellt. Leider haben sich die Auberginen nicht an das MHD gehalten (wahrscheinlicher ist aber, dass ich mich beim Kaufdatum vertan habe.. ;-)).
        Ich denk, ich werd auch einen Blogbeitrag dazu schreiben, weil ich GROCY echt genial finde!
        Bleib gesund
        Peter